Expedition to Hibesa

A series of performance lectures in various adaptions. The project started out as an interactive website in 1996. Diagrams and charts illustrated the journey with supplementary diary entries and audio logs. Performed – among many other venues and shows from then on – at the Schauspiel Frankfurt, 2008.

Excerpt: (English version not available)
“Expedition nach Hibesa” handelt von den vielfältigen Wundern eines Bildes. Sie ist der Versuch, eine Welt zu erschließen, die jenseits unseres sichtbaren Horizonts verborgen liegt.

Dies ist ein surinamesisches Schwein von der Insel Celebes. Sein deutscher Name lautet Hirscheber (babirussa babyrousa); in diesem Fall ist das weibliche Tier zu sehen. Die Original-Fotografie wurde etwa 1996 im zoologischen Garten Frankfurt/Main aufgenommen.

Versunken in den Anblick des eiförmig gekrümmten Rückens, erschien er mir plötzlich wie ein Horizont. Was könnte dahinter liegen? Wie sah die andere Seite aus? Seefahrer hatten die Erde umsegelt, warum sollte ich hier nicht ihrem Beispiel folgen!
Die Angelegenheit – nunmehr längst nicht mehr auf die Seitenansicht eines Schweins der Südhalbkugel beschränkt -, erforderte einen neuen Namen. Ein Name, der nichts für sich bedeutet, der dem Tier als auch meiner Unternehmung gerecht wird und zugleich als geografischer Name funktioniert. Dies kann nur ein ganz neues Wort sein. Die Expedition führt also nach: HIBESA.

Mein erster Gedanke war Hibesa zu umrunden. Je länger ich darüber nachdachte, umso weniger schien dies möglich. Die Beziehung zwischen den Dingen und ihrer “anderen Seite” hat nichts mit räumlicher Distanz zu schaffen. Wie sehr man auch versucht dahinter zu kommen, die andere Seite bleibt die “andere Seite”. Bei Bildern wird das Dahinterkommen zusätzlich durch die Vielschichtigkeit ihrer Inhaltsebenen erschwert.

Sobald aber die erste dieser Ebenen erreicht ist, fließen Raum und Zeit, Form und Distanz in einen fremden Ort zusammen. Darum würde eine “traditionelle” Umrundung zu nichts führen. Ich beschloss, Hibesa soweit es mir möglich wäre zu erklimmen, das Terrain zu vermessen, Haut-, Luft- und Wasserproben für wissenschaftliche Zwecke zu nehmen und schließlich all meine Anstrengungen daran zu wenden, es allmählich transparent zu machen.

An einem kalten Februarmorgen (Dienstag, den 5.2.) verlasse ich meine Hamburger Heimat. In meinem Gepäck befinden sich folgende Dinge:

ein kleines Zelt
ein Videorecorder
ein Kassettenrecorder
einige Handbücher
einige Vorräte
roter und grüner Stift
Ich benutzte ein elektronisches Bildbearbeitungsprogramm, um die Oberfläche von Hibesa weiter zu untersuchen. Ich wollte sie durchdringen, das Dahinterliegende aufdecken, um endlich, endlich auf die andere Seite zu gelangen.
(…)