Category Archives: Selected press

Fazzoletto/Not Just A Fair

Latest news: The Fazzoletto album ‘Handkerchief for an Eternity’ will soon be traveling to Arnhem as I have been invited to perform at the collective’s come-together This Is Not A Fair on the 8th of April, 5 pm. This is what it is about
 and I am chilled to arrive there 🙂

As for the selected works, we see them as a starting point for echoes and conversations that will bridge connections for people who are working on publishing practices. Publishing and printing are not solitary endeavors; they require collaboration and collectivity.

This is Not A Fair
7-9th April
Location: @platform_post
Platform for comtemporary art,
Arnhem Driekoningenstraat 16, Arnhem
Graphic design: @baboonboom
The event is hosted by Not Just a Collective

Not Just a Collective consists of a group of multidisciplinary artists, researchers and designers who share a common desire to discuss artistic progress and create a space for emerging international artists. To work on a supporting framework together, Not Just a Collective set out to host a series of art and cultural activities contributing to multi-disciplinary practices in art ecology. Moreover, it is not only a collective, in conventional perception, but also a community aiming to breed new initiatives and foster cultural participation by facilitating accessibility.

Datscha Radio@ii biennal 2022

Datscha Radio will travel to Finland! Very happy to announce that our proposal “Air ‘on Air'” has been accepted by the curator’s team of the Art Biennal Ii. For information about the festival, see https://artii.fi/
Datscha Radio Ii will be realised by Gabi Schaffner and Tina-Marie Friedrich, allgirls Berlin international.
More news soon !

Taschentuch im Schwarzwald

28.04.20 SchwarzwĂ€lder Bote: Das Niesen fließt in ihre Musik ein (“The sneezing flows into her music” – I admit its hard to translate). By Niklas KĂ€fer

Kultur: AudiokĂŒnstlerin knĂŒpft an hiesige Phonoindustrie an

Beim Verein Global Forest liegt die rĂ€umlich zugĂ€ngliche Kunst brach. Auch die KĂŒnstlerresidenten bleiben vorerst fern. DafĂŒr gibt es einen Eindruck aktuellen Schaffens im Schau- und Hörfenster durch die Soundartistin Gabi Schaffner.
St. Georgen. Jessica Twitchell von “Global Forest” gibt zu: “Wir leben von Veranstaltungen.” Digitale Wege, um Kunst zu prĂ€sentieren, ist eine Möglichkeit, aber “es geht um das Zusammenkommen, Interessen teilen und sich dabei austauschen”. Eine nĂŒchterne Erkenntnis in dieser Zeit.
Das Ministerium fĂŒr Bildung und Kultur macht die Vorgabe, Veranstaltungen bis Mitte Juni vorlĂ€ufig zu unterbinden. Doch es gibt Lichtblicke am Kulturhimmel, zum Beispiel durch die AudiokĂŒnstlerin Gabi Schaffner, die vor einiger Zeit in St. Georgen zu Gast war.
Schaffner ist zwar schon wieder abgereist, kommt aber bald wieder in die Bergstadt, um ihr Klangwerk – der Pandemie zum Trotz – zu prĂ€sentieren.
Die KlangkĂŒnstlerin, die drei Monate als Residentin bei “Global Forest” zu Gast gewesen ist, widmete sich in dieser Zeit einer ganz besonderen kĂŒnstlerischen Aufgabe. Der Titel ihres neuen Werks lautet: “Pandemic New Music. Fazzoletto per un eternitĂ .” Unverkennbar trifft sie mit ihrer pandemischen Musik den Kern der Zeit.
Kompositionen aus Nies- und SchnupfgerĂ€uschen, Posaunen, Trompeten und weiteren Blasinstrumenten sind auf ihren Aufnahmen zu hören. Unweigerlich kommen beim Thema Pandemie und bei den aufgezeichneten ErkĂ€ltungsgerĂ€uschen Assoziationen zum Coronavirus auf – dabei ist die Geschichte eine etwas andere.
In Zusammenarbeit mit dem Posaunenchor und dem Deutschen Phonomuseum hat die KlangkĂŒnstlerin ihr neues Genre auf einer Schallplatte verewigt. Allzu viel will Schaffner ĂŒber ihr Audiowerk aber gar nicht verraten. Der Zuhörer soll sich selbst ein Bild davon machen. Wer das will, geht vor das KĂŒnstlergebĂ€ude in die Friedrichstraße 5a und drĂŒckt den Knopf beim Schau- und Hörfenster.
So viel Hintergrund sei vorab schonmal verraten: Gabi Schaffner knĂŒpft mit ihrem Werk an die frĂŒhe Musik des 20. Jahrhunderts an und lĂ€sst Geschichten im Kopf der Leser entstehen.
Die Protagonistin Mauricia Pucci wechselt ihre IdentitÀt
Die Protagonistin Mauricia Pucci wird 1899 im toskanischen Hinterland geboren. Sich strĂ€ubend, der Rolle der Frau zur damaligen Zeit zu entsprechen, wandert Pucci 1918 nach New York aus. Dort wechselt sie zu ihrer mĂ€nnlichen IdentitĂ€t Mauricio Farfalla Pucci. Mauricio geht in Übersee eine Liebesbeziehung zu einem Komponisten ein, der in Folge einer Influenza verstirbt. Daraufhin kehrt Pucci nach Italien zurĂŒck und grĂŒndet das “Orchestra di Starnuti”, zu Deutsch: das Nieskonzert.
GegenĂŒber dem SchwarzwĂ€lder Boten berichtet die Berliner KĂŒnstlerin ĂŒber den AnknĂŒpfungspunkt zur St. Georgener Phonoindustrie, die fĂŒr die Entstehung der Platte entscheidend war. Auch schildert sie die Begegnung mit dem Posaunenchor, wo sie sich selbst anfangs “außenstehend” wahrnahm, spĂ€ter aber gegenseitige WertschĂ€tzung empfand. Und natĂŒrlich spielte fĂŒr die Berlinerin auch die Natur im Schwarzwald eine Rolle, die ihr bei ihren “field recordings” sehr entgegen kam.
KĂŒnstler wie Gabi Schaffner suchen in der Residenz bei “Global Forest” kreativen Freiraum. Im Moment ist aber auch diese Möglichkeit sehr eingeschrĂ€nkt. Eigentlich hĂ€tte man weitere KĂŒnstler erwartet, aus Deutschland, aber auch aus den Vereinigten Staaten, berichtet Jessica Twitchell.
Beim Kunstaustausch gibt es im Moment ganz praktische Grenzen. Aufgrund von ReisebeschrĂ€nkungen mĂŒssen KĂŒnstlerin wie Rosemary Hall ihren Aufenthalt im St. Georgener Kunstzentrum erst einmal verschieben.
Doch alles wird nachgeholt. So auch der Auftritt von Gabi Schaffner vor Ort bei “Global Forest”. Ein Termin steht dafĂŒr zwar noch nicht fest, wird aber noch fĂŒr dieses Jahr in Aussicht gestellt.

Hidden Places/Self-Made Life

by Rafik Will, 26.08.2016. Medienkorrespondenz; https://www.medienkorrespondenz.de/hoerfunk/artikel/gabi-schaffner-hidden-places-erzaehlte-landschaften-in-island-und-australien-klangkunststueck-deut.html

Gabi Schaffner: Hidden places. ErzĂ€hlte Landschaften in Island und Australien. KlangkunststĂŒck (Deutschlandradio Kultur) // Gabi Schaffner: Selbst gemachtes Leben. Der Tapir im Birkenwald. Feature (Deutschlandfunk)
Mit dem Radio um die Welt
26.08.2016 ‱ Im Oktober dieses Jahres wird in Halle an der Saale das internationale Festival „Radio Revolten“ stattfinden. Dieses Festival fĂŒr Hörfunkkunst, das mit verschiedenen Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet aufwartet, wird von der KĂŒnstlerin Gabi Schaffner mit einem Blog begleitet. Die 1965 geborene Fotografin und KlangkĂŒnstlerin, die zwischen Berlin, Frankfurt am Main, Helsinki und Lobo (Texas/USA) ihr Leben verbringt, ist dem Medium Radio schon seit einiger Zeit eng verbunden. Ihr Wirken kommt sowohl in der freien Radio- und Hörspielszene zum Tragen als auch im öffentlich-rechtlichen Hörfunk. So ist beispielsweise ihr originelles, fĂŒr HR 2 Kultur produziertes StĂŒck „Otto Mötö. Im Universum finnischer Motorenmusik“ noch in bester Erinnerung (vgl. Kritik in FK-Heft Nr. 35/12).
Nun konnte man in diesem August gleich zwei aktuelle, in Eigenregie realisierte Arbeiten von Gabi Schaffner in den Programmen des Deutschlandradios hören. Auf Deutschlandradio Kultur wurde am 5. August das KlangkunststĂŒck „Hidden places. ErzĂ€hlte Landschaften in Island und Australien“ urgesendet. Eine Woche spĂ€ter folgte beim Schwestersender Deutschlandfunk ihr neues Feature „Selbst gemachtes Leben. Der Tapir im Birkenwald“.
In der Soundart-Kategorie bekam der Zuhörer mit „Hidden places“ die Möglichkeit, eine Art Klangreise anzutreten in die sehr unterschiedlichen Landschaften des australischen Kontinents mit seinen heißen WĂŒsten und der vereisten Insel Island mit ihren SchneewĂŒsten. Die dem StĂŒck zugrunde liegende Arbeitsweise sieht so aus: Wie in einer Pendelbewegung kommen die von Gabi Schaffner aufgesuchten Interviewpartner und die korrespondierenden Fieldrecordings zum Einsatz, Nord- und SĂŒdhalbkugel wechseln sich dabei ab. Anders als etwa in einem Feature sind die O-Töne dabei nicht von einer Übersetzung ĂŒberlagert. Alle Personen sind mit ihrem stark von Dialekt bzw. Akzent geprĂ€gten Englisch zu vernehmen. Sie berichten von fĂŒr sie magischen und oft versteckten Orten, von Eishöhlen, in denen Elfen den Winter verschlafen und von angsteinflĂ¶ĂŸenden schneeverdeckten Felsspalten – oder eben von heiligen PlĂ€tzen der australischen Ureinwohner und den geheimen verfĂŒhrerischen StrĂ€nden begeisterter Wellenreiter.
Über diesen Kniff gelingt es Schaffner, ohne unmittelbare Ortsangabe aus dem Off den jeweils gegenwĂ€rtigen ‘Schauplatz‘ des Geschehens zu offenbaren. Eine wesentliche Rolle spielen bei der Orientierung des Hörers natĂŒrlich auch die Feldaufnahmen: Die exotischen Vogelrufe platziert man in Australien, das Knirschen von Schnee unter Wanderschuhen wird in die Schublade Island eingeordnet. Das eigentliche Kuriosum ist aber, dass sich nach und nach die eindeutig scheinenden Zuschreibungen, was SprachfĂ€rbung und Bioakustik angeht, in den Hintergrund schieben und Platz machen fĂŒr neuartige GerĂ€uschassoziationen – sehr meditativ. Wenn man das Skript mitliest, das im Internet auf der Seite von Deutschlandradio Kultur zu der Sendung verfĂŒgbar ist und auch die Übersetzungen beinhaltet, dann kommt zugleich der informative Charakter des StĂŒcks voll zum Tragen.
In ihrem Feature „Selbst gemachtes Leben“ versorgt Gabi Schaffner den Zuhörer mit geballten Informationen ĂŒber die Szene der AußenseiterkĂŒnstler in Finnland. Anlass fĂŒr diese Arbeit war der Tod des finnischen KĂŒnstlers Erkki Pirtola Anfang dieses Jahres. Er gilt als BegrĂŒnder der Bewegung „Itse Tehti ElĂ€m“ (ITE), was so viel bedeutet wie „selbst gemachtes Leben“ und also der Titel des StĂŒcks wurde. In dem Feature prĂ€sentiert Schaffner ihre Aufnahmen von einer gemeinsamen Reise mit Pirtola, der fĂŒr sein Werk 2011 den ‘Staatspreis der Bildenden KĂŒnste Finnland’ erhielt. Das klingt zwar auf Anhieb etwas etabliert, aber im Zentrum der vor bald einem halben Jahrhundert ins Leben gerufenen ITE-Kunst steht der Punk-Spirit des „Do it yourself“. Stationen des Features sind meist abgelegene Höfe, auf denen eigenbrötlerische bis einsiedlerische ehemalige Bauern ihre fernab vom Kunstbetrieb erarbeiteten Konzepte umsetzen.
Hauptarbeitsfeld dieser schon recht betagten finnischen AußenseiterkĂŒnstler scheinen Skulpturen zu sein. Der im Untertitel erwĂ€hnte Tapir im Birkenwald etwa ist eine solche Skulptur, deren Hauptkörper aus alten Reifen besteht. Besonders radiophon sind naheliegenderweise die schrĂ€gen GesĂ€nge, die die vorm Mikrofon versammelten ITE-KĂŒnstler zum Besten geben.
Wer von ITE vorher noch nichts gehört hat, beendet das Hören des Features mit dem Eindruck, dass es sich dabei um eine sympathische, freakige Umsetzung des Beuys-Postulats, jeder sei ein KĂŒnstler, handelt. Mit beiden Arbeiten gelingt es Gabi Schaffner, das Versprechen des Radios, die fremde Welt in das eigene Wohnzimmer zu holen, einzulösen. Diese besondere Begabung zur kĂŒnstlerischen Fernreise scheint ĂŒbrigens auch bei dem Wortspiel auf, das sie mit der Adresse ihrer Website treibt: schaffnerin.net.